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Programm
Ahoi! Pop 2017
Fr. 03.11.2017 // 20:00 | Alternative

Voodoo Jürgens / Black Lips / tba


// GS: € 28/32/36 // Tickets!


Voodoo Jürgens (c) Wolfgang Bohusch

Voodoo Jürgens | Per Mund-Propaganda als "Next Best Thing"-Hype von und in Wien gestartet hat sich Voodoo Jürgens gleich mit seinem Debüt-Album von der einengenden, wenn nicht gar tödlichen Umarmung der "Checker" emanzipiert und ein substanzielles, ein wahrhaftiges und vor allen Dingen ein berührendes Erstlingswerk abgeliefert.

Eines das auch in zehn Jahren noch großartig klingen wird, genauso wie es auch vor zehn, zwanzig, dreißig Jahren schon großartig geklungen hätte. Die supercatchy Vorab-Single "Heite grob ma Tote aus" war gewiss ein verdienter Indie-Hit (sowohl Nummer Eins der FM4- als auch der Austrian Indie Charts), die lange Strecke hat aber mehr; mehr Anderes, mehr "Sein" als "Schein", mehr poetischen Tiefgang; es zieht einem von der ersten Geschichte aus dem Fesch an in seinen Bann, baut sich einem lyrischen Malstrom gleich auf, bricht ab, fängt erneut an und lässt einen am Ende überwältigt zurück.

Lieder wie "Tulln" werden sich tief in die österreichischen Pop-Annalen hineingraben, ohne martkschreierisch darum gebettelt zu haben; in besagtem Song werden ernüchternde Lebensstationen wie in einem Erlebnisaufsatz aufgezählt; am Ende muss man ob der ergreifenden Schönheit der sprachlichen Bilder und dem versöhnlichen Timbre des Voodoo heulen und es ist klar: das hier ist kein Sozial-Porno, keine "Milieustudie" oder gar Parodie. Das ist Lebenserfahrung gepaart mit Witz und Herz. Durchaus Storytelling, und somit einer alten Folk-Tradition verbunden, aber nie Geschwafel oder weinerliches Gejammer. Das ist näher dran am jungen Dylan als am leeren, sterilen Pathos-Pop, den vor allem deutsche Singer-Songwriter "an Tagen wie diesen" gern bemühen.

Voodoo Jürgens singt in der Sprache in der er spricht, denkt, träumt und Dinge erlebt. Die Vorbilder für seinen Zugang zu Musik sind der erwähnte Dylan, Leonard Cohen, Tom Waits und durchaus auch krachigere, spätere Sachen wir The Libertines. Es sind aber auch die Beat-Poeten der Fünfziger. Gewiss: Respekt für Ambroß, Danzer, Hirsch ist vorhanden, genauso wie Freundschaften zu einigen Protagonisten des heutigen Wiener Pop-Wunders, und auch ein HC Artmann, ein Qualtinger, ein Kottan werden Spuren in Voodoo hinterlassen haben.

Voodo Jürgens hat sich einen Fahrschein für jene Bim gekauft, die in die erste Liga österreichischen Pops fährt, ohne dabei Fendrich, Gabalier oder "tiafen Schmäh"-Pop im Sinn zu haben.

"Er bringt das was als Neo-Wienerlied seit ein paar Jahren so gehypt wird, auf ein neues Level. Der Mann macht das so gut, so nachvollziehbar, so unterhaltend, so cool, witzig und ja man muss es sagen: echt, dass einem die Kinnlade offen stehen bleibt. Ein Wahnsinn, der Typ. Wenn das nicht ganz groß wird, fress ich einen Besen!" (Planet.tt)

Aktuelle CD: "Ansa Woar" (2016), Lotterlabel

Black Lips (c) Ben Rayner

Black Lips | ...zählen zu den Pionieren des "Flower Punk" (einer Mischung aus Hard Punk und dem Psychedelic Rock der 60er Jahre) und gelten als die Bad Boys des Garage Rock, als ungezogene Rotzlöffel, die auf der Bühne regelmäßig über die Stränge schlagen. Ihren Ruf werden die Black Lips nicht mehr los, seit sie 2007 auf dem Festival South by Southwest in Austin, Texas innerhalb von nur drei Tagen ein Dutzend Auftritte hingelegt haben - eine stramme Leistung, die ihnen in der New York Times den Titel "the hardest working band at the SXSW festival” eingebracht hat.

Mit einer Live-Interpretation von "Can't Hold On", dem ersten Titel ihres achten Albums, haben die frechen Freaks auf dem SXSW auch ihr Comeback gefeiert. Drei Jahre lang hat die Band an dem sehnsüchtig erwarteten Nachfolgealbum von "Underneath the Rainbow" gearbeitet. Im vergangenen Mai erscheint es unter dem Titel "Satan's Graffiti or God's Art?" (so viel zur Lebenseinstellung der Bandmitglieder). Das jüngste Werk ist eine Koproduktion, an der große Namen mitgewirkt haben, darunter Sean Lennon, Sohn des verstorbenen Ex-Beatles John Lennon, dessen Witwe Yoko Ono und Saul Adamczewski, Ex-Gitarrist von Fat White Family.

Und auch als Kernband hat das Duo aus Cole Alexander und Jared Swilley dafür Verstärkung bekommen: Ex-Gitarrist Jack Hines, der von 2002 bis 2004 schon mal bei den Black Lips war, ist wieder mit von der Partie, Oakley Munson sitzt am Schlagzeug, und Zumi Rosow spielt Saxophon. Bereit für den Flower Punk?

Aktuelle CD: "Satan's Graffiti or God's Art?" (2017), Vice Music

Sonntag, 23. Juli 2017

NEWS

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