Do 29 Mär 2012 | 20:00 | INDIE

Ólafur Arnalds / Nils Frahm

MS (Sitzpl.): € 11/13/15

Ólafur Arnalds | Dem 24-jährigen Isländer Ólafur Arnalds gelingt mit entwaffnend intimen und betörend eingängigen Piano-Arrangements das rare Kunststück, den elitären Zirkel der zeitgenössischen Kammermusik für klassikferne Publikumsschichten zu öffnen. So finden Pop- und Rockfans aus dem immer biederer zu werden scheinenden Indie-Lager in Arnalds' elegischen Kompositionen ebenso Zuflucht wie Freunde orchestraler Film-Soundtracks und elektronischer Ambient-Klänge.

Den Durchbruch schaffte der klassisch ausgebildete, auch als Techno-Produzent (!) und Metal-Drummer (!!) aktive Multiinstrumentalist mit "Found Songs" ("Die beste Klavierplatte 2009", De:bug). Bei Support-Tourneen mit seinen Landsleuten Sigur Ros und dem Neoklassik-Pionier Ryuichi Sakamoto empfahl sich Arnalds auch auf der Bühne als herausragender Solo-Künstler. Das für ihn enorm arbeitsreiche Jahr 2011 beendete er mit der Sammlung "Living Room Songs", die per Video Stream aus seinem Wohnzimmer an die Web-Gemeinde verbreitet wurde und nun auch als CD bei seinem Londoner Stamm-Label Erased Tapes erschienen ist.

Kein Wunder, dass die Bilder im Kopf heraufbeschwörende Musik dieses "indie kid who knows the score" (Guardian's Observer) auch in Hollywood nicht unbemerkt blieb. Seinen ersten großen Soundtrack komponierte Arnalds kürzlich - in nur zwei Wochen - für Sam Levinsons Kinofilm-Debüt "Another Happy Day" mit Ellen Barkin und Demi Moore in den Hauptrollen. Diesem genialischen jungen Mann steht also unzweifelhaft eine ganz große Karriere bevor.

"Von Null auf Hundert spielt er sich in die Liga von Sigur Ros und Johann Johannsson... Schlichtweg schockierend und unendlich groß." (De:bug)

"Die acht namenlosen Instrumentalstücke von Ólafur Arnalds' Debüt gehörten sicherlich zu den schönsten Momenten, die uns das vergangene Musikjahr bescherte." (Visions)

"Wenn es in der Antarktis so ist, wie diese Musik klingt, dann will ich da hin" (Jazzthetik)

AKTUELLE CD: "Living Room Songs" (2012), "...and they have escaped the weight of darkness" (2010), beide Erased Tapes

Nils Frahm | Der in Berlin lebende Pianist Nils Frahm gehört wie Ólafur Arnalds zur Speerspitze der Neoklassik-Szene. Durch seine unkonventionelle und zugleich vertraute Herangehensweise an sein Instrument gewann er den Zuspruch der Fans wie von Kollegen wie Peter Broderick, F.S. Blumm und Anne Müller. Auf "Felt" lädt er in eine Welt voll kleinster zarter Klänge ein. Klänge, die aus der Not geboren wurden: Ursprünglich wollte Frahm seinen Nachbarn einen Gefallen tun und dämpfte sein Klavier mit Filz. "Dadurch entdeckte ich, wie schön mein Klavier gedämpft klingt." Gefesselt von dieser akustischen Entdeckung, brachte er im Inneren des Instruments Mikrofone an - so nah an den Saiten, dass sie diese annähernd berührten. Dadurch wurden Nebengeräusche wie Atmen, das Scharren der Klaviermechanik oder das Ächzen des Holzfußbodens mit aufgenommen, die andere Produzenten normalerweise vermeiden würden. Meine Kopfhörer werden zum Mikroskop und lassen mich in die Welt der unhörbaren Laute tauchen", so Frahm.

AKTUELLE CD: "Felt" (2011), Erased Tapes



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