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Programm
posthof summer sessions
Fr. 11.08.2017 // 19:30 | Singer/Songwriter

Billy Bragg solo


//  Rosengarten am Pöstlingberg: VVK € 25 / AK € 30 // Tickets!


Billy Bragg (c) Karen Mc Bride

Zu Thatchers Zeiten war er der Stachel im Fleisch des britischen Establishments. Und gerade heute ist die kritische Stimme des Troubadours aus Essex nötiger denn je. Heißsporn und Herzensöffner zugleich, betrat Billy Bragg Anfang der 1980er mit einer in Punk-Manier betriebenen Stromgitarre und Songs zwischen Protest, Liebesleid und Agitation, zwischen The Clash, Beatles und Woody Guthrie Neuland im britischen Singer-Songwriter-Gewerbe, dessen führender politischer Vertreter er nach wie vor ist.

Billy Braggs 1983er Debüt "Life's A Riot with Spy Vs Spy" ist mit gerade einmal 16 Minuten Spielzeit das wohl das kürzeste Album, das jemals die britischen Top 30 erreichte. Und auch wenn das zentrale Stück "A New England" mit seinem entzückenden Refrain ("I don't want to change the world, I'm not looking for a new England, I'm just looking for another girl") eigentlich ein Understatement ist, zeigt sich hier der Meister der knappen, griffigen Parolen in seiner ganzen Größe. Das Private ist schließlich immer auch politisch. Siehe auch das Aussteiger-Gleichnis "She's Leaving Home" der Beatles, das den "Sherpa der gebrochenen Herzen" (Bragg über Bragg) bis zur Nr. 1 in England trug.

Die Welt verändern, das wollte Billy Bragg jedenfalls schon immer ein bisschen: Mitte der 80er gründete er etwa die "Red Wedge"-Bewegung und versuchte an der Seite von Kollegen wie Paul Weller oder Lloyd Cole die Jugend für die Labour Party zu gewinnen. Den britischen Bergarbeiterstreik 1984/85 unterstützte er ebenso wie die Atomkraft-Gegner oder in jüngerer Zeit die Occupy-Bewegung.

Braggs musikalisches Ouevre lässt sich folglich nie ganz von seiner Protestagenda trennen, auch wenn er sich selbst lieber als "honest songwriter" sieht, der Empathie erzeugen und Barrieren niederreißen will. Das gelingt ihm stets vortrefflich, ganz gleich, ob er mit den US-Country-Rockern von Wilco Woody Guthrie Tribut zollt ("Mermaid Avenue") oder sich wie im Vorjahr mit Joe Henry legendären amerikanischen Railroad-Songs aus den 50ern und 60ern annimmt.

Gründe genug zur Gitarre zu greifen und seine Stimme zu erheben liefert ihm auch das Jahr 2017. Besonders der Siegeszug des Populismus bereitet ihm derzeit Sorgen. Wenn Billy Bragg nun die Bühne des Rosengartens betritt, dürfen wir neben Songs aus seiner bald 35-jährigen Laufbahn, einigen Covers seiner Helden und Mentoren sicher auch das eine oder andere Statement zur Lage der Welt erwarten.

Aktuelle CD: "Shine a Light: Field Recordings from the Great American Railroad" (2016), Cooking Vinyl

Dienstag, 25. April 2017

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