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Programm
posthof summer sessions
Fr. 11.08.2017 // 19:30 | Singer/Songwriter

Billy Bragg solo


//  Rosengarten am Pöstlingberg: VVK € 25 / AK € 30 // Tickets!


Billy Bragg (c) Karen Mc Bride

Was ist nicht alles passiert seit 1983, als Billy Braggs erste Platte "Life's A Riot with Spy Vs Spy" (mit denkwürdigen 16 Minuten Spielzeit bei ungewöhnlichen 45 Umdrehungen pro Minute) auf den Markt kam. Ronald Reagan war gerade US-Präsident und Michail Gorbatschow war noch lange nicht Generalsekretär der KPdSU. Aber Bragg ist sich seit damals treu geblieben. Er ist immer noch Sozialist. Er tritt immer noch auf die Bühne, um seine politischen Ansichten zu vertreten. Er findet Krieg noch immer das Nutzloseste auf dieser Welt, und natürlich hielt er eher zu Gorbatschow als zu Reagan. Und ebenso selbstverständlich, wie er sich in den 80ern mit den Bergarbeiterstreik und gegen die Wirtschaftspolitik von Margaret Thatcher soldarisierte, nimmt er heute Anteil an der Occupy-Bewegung. Aber Bragg sagt im Interview auch: "I'm not a political songwriter. I'm an honest songwriter. I try and write honestly about what I see around me now."

"Streng genommen startete die Karriere von Billy Bragg 1983 mit einer Lüge. 'I don't want to change the world... I'm just looking for another girl', sang er auf 'New England', dem ersten Track von 'Life's a Riot with Spy vs Spy'. Die rohen Songs (nur Stimme und elektrische Gitarre), die eigentlich nur als Demos gedacht waren, machten den einsamen Mann des Jahrgangs 1957 mit einem Schlag bekannt, auch dank der Unterstützung durch BBC-Radio-DJ John Peel.

Bragg war ursprünglich durch die Rockmusik der 70er Jahre inspiriert, wurde aber erst durch einen Konzertbesuch bei The Clash Anfang der 80er Jahre auf die Spur gebracht, auf der er bis heute fährt. Ihm imponierte die politische Haltung und Kampfbereitschaft von Clash-Sänger Joe Strummer. Bragg kam mit seinen politischen, oft agitatorischen Songs genau dann ins Spiel, als Margaret Thatcher damit begann, die Gesellschaft des Vereinten Königreichs von einer sozialdemokratisch-geprägten Demokratie in eine neoliberale Leistungs-Maschine umzubauen. Und so unterstützte Bragg lange Zeit die in den späten 80ern oppositionelle Labour Party.

Musikalisch wurde das Oeuvre Braggs in dieser Zeit immer opulenter. Seine erfolgreichsten Alben 'Talking with the Taxman about Poetry' (1986) und 'Don't try this at home' (1991) liefern breit arrangierte Songs, die Braggs Gespür für Ironie ebenso enthalten wie Reminiszenzen an die Klassenkämpfe vergangener Zeiten. Im Traditional 'There's Power in the Union' versuchte er, die Gewerkschaften im berühmten Miner's Strike von 1986 zu unterstützen. Tatsächlich gilt diese Auseinandersetzung zwischen Thatchers Regierung und den Arbeitnehmervertretern heute als Wendepunkt der wirtschaftspolitischen Ausrichtung Englands.

Braggs Treue zur Labour Party wurde bekanntlich nicht honoriert. Spätestens als Tony Blairs New Labour 1997 die Regierungsgeschäfte übernahm, muss auch Bragg klar geworden sein, dass die neuen Sozialdemokraten keineswegs darauf aus sind, die Rechte der kleinen Leute zur Geltung zu bringen. Bragg musste sich also neue Leitmotive suchen. Und er fand sie in der schottischen und nordirischen Unabhängigkeitsbewegung, im Kampf gegen die neuen Rechten, im Widerstand gegen die britische Beteiligung am Irak-Krieg und in der auch in England aufkeimenden Occupy-Bewegung.

Billy Bragg ist inzwischen nicht mehr unbedingt ein Popstar, sondern jemand, der auch an vergangene Kämpfe erinnern will. Er nahm 1998 klassische Folksongs mit der Band Wilco auf, die erst später komplett auf dem Album 'Mermaid Avenue' erschienen. Und nun ehrt er Folk-Giganten wie Woodie Guthrie mit dem Duett-Album 'Shine a Light' an der Seite des gleichgesinnten Amerikaners Joe Henry. Sie erinnern an die berühmten Railroad-Songs der 50er und 60er Jahre.
" (br2.de)

Aktuelle CD: "Shine a Light: Field Recordings from the Great American Railroad" (2016), Cooking Vinyl

Samstag, 25. März 2017

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