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Programm
Ahoi! Pop 2017
Mi. 01.11.2017 // 20:00 | Soul/Pop

Cigarettes After Sex / Lee Fields & The Expressions / Mark Lanegan Band / Haux / Naked Cameo

+ DJ Man On The Moog (The Gap)


// GS: € 28/32/36 // Tickets!


Cigarettes After Sex | Seelenmusik, in der die Zeit stehen zu bleiben scheint und sie in dunklen Samt verwandelt: Das Quartett aus Brooklyn um Sänger und Songwriter Greg Gonzalez schaffte Ende 2012 ganz ohne physischen Tonträger einen Welthit auf YouTube. Das Stück "Nothing's Gonna Hurt You Baby" liegt mittlerweile bei über 60 Millionen Views und unterstreicht die Begeisterung für den hypnotischen Sog des Pop Noir von Cigarettes After Sex.

Inspiriert von Bands wie Trinity Session, Cocteau Twins, Red House Painters, Mazzy Star und Platten aus den frühen 60ern wie etwa "I Love You How You Love Me" von den Paris Sisters spielten sie ihre erste EP im Zuge einer Nacht im Stiegenhaus eines vierstöckigen New Yorker Gebäudes ein. Ein Setting, das Gonzalez' androgyne Stimme und die fließende Bewegung der Stücke großartig einfängt.

Nach einer weiteren EP, deren Single "Affection" in den diversen sozialen Netzwerken eine ähnliche Karriere wie "Nothing's Gonna Hurt You Baby" hinlegte, erschien im Frühsommer 2017 endlich das erste richtige Album der Band. Auch darauf regiert eine gepflegte Melancholie, die unmittelbar in den Bann zieht. Dabei treiben Cigarettes After Sex ihr Spiel allerdings noch weiter als etwa Beach House oder Lana Del Rey, die von Kritikern gern zum Vergleich herangezogen werden.

Unglaublich langsame Takte, die groß angelegten Spannungsbögen, die zurückgenommene Gitarre und autobiographische Texte über die Höhen und Tiefen des Beziehungslebens machen das selbstbetitelte Werk zu einem Slowcore-Meisterwerk für Mußestunden allein oder zu zweit, mit oder ohne Zigarette danach. Dass dieses Rezept auch live vor Publikum blendend aufgeht, haben Cigarettes After Sex dieses Jahr schon bei Festivals rund um den Erdball gezeigt. Musik zum Träumen, bei der man sich nicht wundern sollte, wenn es einem das Wasser in die Augen treibt.

Aktuelle CD: "Cigarettes After Sex" (2017), Pias UK/Partisan

Lee Fields, Quelle: Arcadia Live

Lee Fields | Wenn dieser Mann die Galapanier anlegt, ist eine "Special Night" sicher: Der 1951 in North Carolina geborene Elmer "Lee" Fields beglückt seit fast einem halben Jahrhundert die Herzen mit einer klassischen Spielart des Deep Soul, fernab von allem Retrohaften. 1969 veröffentlichte Fields, dessen Stimme frappant jener des Godfather of Soul, James Brown, ähnelt, seine erste Single. 2016 erschien mit "Special Night" sein bislang letztes - ganz und gar außergewöhnliches - Album.

Dazwischen liegt eine Karriere, die selbst für das von reichlich Legenden bevölkerte Soul-Business, seinesgleichen sucht. Geprägt vom Memphis Soul eines Al Green oder Otis Redding führt ihn sein Weg vom Kirchenchor in die Band des großen Soul-Blues-Tragöden O.V. Wright. Es folgen Alben auf insgesamt dreizehn verschiedenen Labels, dazwischen eine längere Durststrecke in den 80ern und eine vom House-Produzenten Martin Solveig angestoßene Clubmusik-Periode, die ihn sogar an die Seite von Madonna spült.

Mit der Unterstützung seiner Band The Expressions und deren perfektem Soul-Handwerk gelingt Lee Fields mit den Alben "Faithful Man" (2012) und "Special Night" nun eine späte Blütezeit. Die Produzenten Leon Michels (u.a. Aloe Blacc) und Thomas Brenneck (u.a. Charles Bradley) betten Fields' rau-zärtliche Vocals auf raffinierte Arrangements, aus denen die bewusst ökonomisch eingesetzten Hooks der Bläser hervorblitzen.

Das Ergebnis ist ein wunderbar warmer Sound, der, wie Pitchfork bemerkt, "nicht speziell Atlantic oder Stax oder Philadelphia International oder Chess oder Fame oder Motown verpflichtet ist, sondern eher allen auf einmal". Deshalb klingt Fields auch niemals retro. Es gibt Anspielungen, Sounds und Gefühle, die man vielleicht kennt, aber es gibt auch völlig neue Texturen, Themen und Zugänge, die bisher keinen Platz in diesem Genre hatten und dem Sound eine spezielle Qualität geben: die von Lee Fields eben.

"Um in diesem Fach noch Besseres zu erleben, müssten schon Tote auferstehen." (Der Standard)

Aktuelle CD: "Special Night" (2016), Big Crown Records

Mark Lanegan (c) Steve Gullick

Mark Lanegan Band | Die mürrische Underground-Legende mit dem rauchigen Raspelbariton bürgt für Seelenmusik südwärts des Paradieses. Das hielt der heute 52-jährige Sänger und Gitarrist aus Seattle schon als Kopf der Grunge-Ikonen The Screaming Trees so, wie in seinen Jahren bei den Stoner-Rock-Stars Queens Of The Stone Age, bei seinen rein akustisch gehaltenen Solo-Arbeiten und auch bei den Krautrock-Exkursionen mit seiner Band.

Ob Sound, Songwriting, Stimme, seine aufwühlenden Texte oder seine gesamte Aura: "Dark Mark", wie er gelegentlich gerufen wird, verströmt etwas Geheimnisvolles und Dramatisches. Schon vor Jahren bekannte Lanegan deshalb, dass sein besonderes Talent zu kuriosen Aufträgen führe: "Ich werde häufig gebeten, auf Beerdigungen zu singen. Meine Stimme scheint den optimalen Ton für traurige Ereignisse zu besitzen." Die besondere Fähigkeit, sein Wirken in die unterschiedlichsten stilistischen Kontexte zu stellen, hat ihm einen weltweiten Fankreis beschert. Ob Psychedelic, Grunge oder Stoner Rock, ob Folk-Balladen, Blues oder Elektronik  - immer findet Mark Lanegan den passenden dunklen Ton.

Wenn Lanegan ein Laster nicht hat, dann ist es Müßiggang. Es vergeht kaum ein Jahr ohne neues Album. Die zahlreichen Kollaborationen, ob mit Isobel Campbell, mit den Soulsavers oder zuletzt Moby und Tinariwen, noch nicht miteingerechnet. Heuer verwöhnt uns die Mark Lanegan Band mit einem besonders exquisiten Werk: Nach dem wasserspeienden Wesen "Gargoyle" benannt, "flutet es mit einer Gänsehaut erregenden Welle verträumter Songs das Innenleben des Zuhörers“, wie auf stormbringer.at zu lesen war. Ein tief im Inneren schimmernder Karfunkel von einem Album, den Lanegan mit alten Weggefährten wie Josh Homme oder Greg Dulli (Afghan Whigs) zu Tage gefördert hat.

Aktuelle CD: "Gargoyle" (2017), Heavenly Recordings

Haux (c) Pitch & Smith

Haux | Zwischen verträumtem Folk und elektronischer Melancholie, hingehaucht und hingetupft mit zarten Gitarren und Echo-gleichen Chören im Hintergrund: So schimmert Haux, die wolkenverhangene Silhouette des US-amerikanischen Musikers Woodson Black.

Woodsons Stimme bildete sich in den stillen Wäldern und ländlichen Landschaften der Berkshires heraus, wo der Musiker aufwuchs und ein Faible für Fotografien von einsamer Naturschönheit entwickelte, die seinen ästhetischen Weg formten und Haux inspirierten.

Gefangen von der Musik, doch noch nicht bereit für die Bühne, besuchte Woodson die Northeastern University mit dem Hauptfach Musikmanagement. Ein Praktikum bei einer Plattenfirma brachte ihn nach London und schnell verfiel er der Stadt, machte sich vertraut mit der Szene und schrieb für mehrere Musikmagazine. Viele Konzertabende, versunken in die Auftritte von Lucy Rose, Daughter und Keaton Henson, bildeten das Fundament seiner Verschmelzung von Intimität und Integrität.

Während Woodson für andere Künstler arbeitete, kreierte er im Hintergrund seinen eigenen Sound und holte sich von Zeit zu Zeit Feedback von seinen Freunden aus dem Business ein. Als sich die Gespräche nicht mehr um seine berufliche Zukunft in der Musikindustrie drehten, sondern um die Weiterentwicklung von Haux, ergriff Woodson die Chance.

Die Zeit war reif und jeder Teil von Woodson floss ins Schreiben, Produzieren, Mischen, Fotografieren und Filmen. Die daraus entstandene Debüt-EP "All We've Known" übersetzt nun die verwunschene Landidylle der Berkshires und die Eindrücke Londons in Haux' mittlerweile voll entwickelte audiovisuelle Kunstsprache.

Aktuelle CD: "All We've Known" (EP, 2016), Ultra Records

Naked Cameo

Naked Cameo | Frischer Wind aus Oberösterreich! Auf ihrer Doppel-Single "Luddite" wandert das junge Quartett zwischen Electronica, Pop und R'n'B und besticht mit organischen Beats und flächigen Synths. Die beiden Songs erwecken den Frühling zu vorzeitigem Leben: Eingehüllt von simplen Melodien, Falsetto-Vocals und Texten mit einem Hang zur Selbstironie lässt sich mit Naked Cameo trefflich seelenbaumeln. Von Marco Kleebauer (Leyya, Ant Antic) produziert, erscheint "Luddite" bei Futuresfuture, dem brandneuen Label des HipHop-Neudeuters Gerard.


Samstag, 17. Februar 2018

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