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Programm
Heimspiel 2019
Mo. 25.02.2019 // 20:00 | LiteraturSalon

Philipp Weiss

Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen


// KS (num. Sitzpl.): € 8/10/12 // Tickets!


Philipp Weiss (c) Lackinger Suhrkamp Verlag

1000 Seiten, fünf Bände - ein Roman. In "Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen" erzählt Philipp Weiss von der Verwandlung der Welt im Anthropozän - jener Epoche der Erdgeschichte, in der der Mensch zur zentralen gestaltenden Kraft geworden ist. Zwischen Frankreich und Japan, zwischen dem 19. und dem 21. Jahrhundert, in Form von Enzyklopädie, Erzählung, Notizheft, Audiotranskription und Comic entwirft dieser kühne Roman ein Panoptikum unserer fliehenden Wirklichkeit.

Die siebzehnjährige Paulette erlebt im Jahr 1871 den Aufstand der Pariser Kommune, bereist als eine der ersten europäischen Frauen das Japan der Meiji-Ära und liegt über hundertdreißig Jahre im Eis der französischen Alpen geborgen. Die Klimaforscherin Chantal, ihre Ururenkelin, folgt ihren Spuren nach Fernost, entwirft eine zynische Geschichte des Universums und entflieht zugleich einer Liebe und deren umstülpender Kraft. Der von ihr zurückgelassene Künstler Jona begibt sich auf die Suche, findet in Japan aber nicht Chantal, sondern eine vielfache Katastrophe: ein Erdbeben, eine Welle, einen Atomunfall. Der neunjährige Akio läuft tagelang durch zerstörtes Gebiet. Trost findet er bei Satoshi, einem obdachlosen Tagelöhner und AKW-Nomaden, der langsam an den Folgen der Strahlung stirbt. Durch einen Phantomschmerz getrieben, irrt die junge Japanerin Abra durch Tokio und verliert sich in den einsamen Schleifen ihres virtualisierten Selbst.

Philipp Weiss, geboren 1982 in Wien, studierte Germanistik und Philosophie. Er schreibt Prosa und Theaterstücke, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde. 2011 gewann er mit seinem Stück "Allerwelt" das Hans-Gratzer-Stipendium; das Stück wurde am Schauspielhaus Wien uraufgeführt, wo er in der Spielzeit 2013/14 Hausautor war. "Ein schöner Hase ist meistens der Einzellne" gewann 2015 den Preis der Theatertage Lyon und erschien auf Französisch in den Éditions Théâtrales (Montreuil). "Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen" ist Philipp Weiss' Romandebüt.

"Anthropozän, Big History - Begriffe wie diese schwirren durch die Welt... Weiss hat diese Themen in die Literatur versetzt, in einem vielstimmigen, lesenswerten und sehr originellen Romanwerk. Er hat eine Stimmung der Zeit getroffen - für alle, die sich die großen Fragen stellen und mit kleinen Antworten nicht zufrieden sind." (Hessischer Rundfunk)

"Mit seinem ersten Roman springt Weiss gewissermaßen vom Halbfliegengewicht in die Königsklasse... Endlich lässt einer die Koordinaten durcheinanderrutschen für das, was man als Debütant gemeinhin darf. Oder nicht darf. Nämlich Regeln brechen und Grenzen ausloten: literarische, formale, quantitative, ästhetische." (profil)

"Philipp Weiss ist ein Autor, der einen komplett ausgereiften Debütroman vorlegt, der eine eigene künstlerische Vision hat und dem es gleichzeitig gelingt, die Möglichkeiten des Romans zu erweitern." (Falter)

Philipp Weiss, Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen, Suhrkamp, 2018


Montag, 10. Dezember 2018

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