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Programm
Fr. 19.11.2021 // 20:00 | Electronics/Neo-Klassik

Grandbrothers

All The Unknown Live 2021


// MS (num. Sitzpl.): € 20/22,5/26 // Tickets!


Grandbrothers (c) Toby Coulson

Mensch, Maschine, Menschmaschine? Wer spielt eigentlich den Flügel hier? Eindeutig zu beantworten ist das bei Grandbrothers nicht, weil ein Computer und eine selbstgebaute, über die Jahre verfeinerte Apparatur im Spiel sind, die Hämmerchen auf das Instrument abfeuert. Wodurch der Flügel zu einer Art Cembalo oder gleich zu einer Drum Machine werden kann. Ihre Musik befindet sich in transition, sie markiert die Möglichkeiten einer Verschiebung von Bedeutungen, die mit einem traditionell dem Bildungsbürgertum und der Klassik zugeordneten Instrument möglich geworden sind. Gleich vorweg: mit Neoklassik hat das dann aber nicht so richtig zu tun.

Bei den Grandbrothers gehen Beschränkung und Vielfalt immer neue, komplexe wie auch melodieverliebte Verbindungen ein. Ihren Ursprung hat die Musik - jeder Ton, jedes Geräusch - auch auf dem neuen Album von Erol Sarp und Lukas Vogel immer noch im Klang eines einzigen Instruments: Das ist ein Konzertflügel, der in ihrem Studio in Bochum steht. Der aber dann, weil so ein Instrument ja nicht mal eben in die Jackentasche zu stecken ist und von A nach B transportiert werden kann, auf Live-Bühnen von immer anderen Flügeln ersetzt wird.

Bei den Aufnahmen zu "All The Unknown" in der Fattoria Musica in Osnabrück standen gleich zwei Flügel und ein Klavier zur Verfügung. Flügelmann Sarp und Chefelektroniker Vogel sind für die Produktion des Albums diesmal aber zwei Schritte weitergegangen. Sie haben Samples und Loops aus Flügel-Aufnahmen mitgebracht und damit der Verfremdung, dem Spiel mit den Klängen neue Türen geöffnet. Wenn man für die Grandbrothers ein Motto aufstellen wollte, dann lautete das: Klang durch Forschung. Was ist möglich, was wurde bislang noch nicht probiert?

Ihrer Arbeit an Flügel und Computer gehen die beiden gemeinsam seit 2012 nach, kennengelernt hatten sich Erol Sarp und Lukas Vogel beim Studium am "Institut für Musik und Medien" an der Düsseldorfer Robert Schumann Hochschule. Eine akademische Fingerübung stellte ihre Musik von Anfang an nicht dar, auf den Alben "Dilation" (2015) und "Open" (2017) entließen sie die Musik des präparierten und modifizierten Flügels in zahlreiche neue Kontexte, das Spektrum reichte von Pop bis zur Minimal Music.

Überhaupt: Jeder zweite unter den 13 neuen Tracks würde eine hervorragende Figur in einem Score abgeben. Titel wie "Auberge", "Four Rivers" oder "Shorelines" verbinden die Musik ad hoc mit Stimmungen, die wiederum von Pianomelodien aufgefangen oder aber durchkreuzt werden. "All The Unknown" lässt Raum für Assoziationen, es wird zum Soundtrack der eigenen Beobachtungen. "Die Musik war immer zuerst da, die Titel sind dann teilweise auch sehr spielerisch entstanden", erklärt Lukas Vogel." "Wir versuchen meistens, nicht zu viel Konkretes mit den Titeln vorzugeben und Platz für eigene Interpretationen zu lassen."

Der Erweiterung des Konzepts steht damit nichts im Wege. Grandbrothers mit anderen Musikern? "Eine gute Idee!", sagen sie. Grandbrothers für den Club? "Mit dem neuen Album gehen wir in eine elektronischere Richtung, wir hoffen, dass sich die Musik auch Leute anhören, die in Clubs gehen und tanzen", sagt Lukas Vogel. Definitiv.

Aktuelles Album: "All The Unknown" (2021), City Slang

Mittwoch, 04. August 2021

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