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Programm
So. 28.04.2019 // 20:00 | LiteraturSalon

Éric Vuillard

Die Tagesordnung


// MS (num. Sitzpl.): € 11/13/15 // Tickets!


20. Februar 1933: Auf Einladung des Reichstagspräsidenten Hermann Göring finden sich 24 hochrangige Vertreter der Industrie zu einem Treffen mit Adolf Hitler ein, um über mögliche Unterstützungen für die nationalsozialistische Politik zu beraten: Krupp, Opel, BASF, Bayer, Siemens, Allianz - kaum ein Name von Rang und Würden fehlt an den glamourösen runden Tischen der Vermählung von Geld und Politik. So beginnt der Lauf einer Geschichte, die Éric Vuillard fünf Jahre später in die Annexion Österreichs münden lässt.

Bild- und wortgewaltig führt Vuillard den Leser in die Hinterzimmer der Macht, wo in erschreckender Beiläufigkeit Geschichte geschrieben wird. Dabei erzählt er eine andere Geschichte als die uns bekannte, er zeigt den Panzerstau an der deutschen Grenze zu Österreich, er entlarvt Schuschniggs kleinliches Festhalten an der Macht, Hitlers abgründige Unberechenbarkeit und Chamberlains gleichgültige Schwäche. Mit der ihm eigenen virtuosen Eindringlichkeit und satirischem Biss seziert Vuillard die Mechanismen des Aufstiegs der Nationalsozialisten und macht deutlich: Die Deals, die an den runden Tischen der Welt geschlossen werden, sind faul, unser Verständnis von Geschichte beruht auf Propagandabildern. In "Die Tagesordnung" zerlegt Éric Vuillard diese Bilder und fügt sie virtuos neu zusammen: Ein notwendiges Buch, das eine überfällige Geschichte erzählt.

Éric Vuillard, 1968 in Lyon geboren, ist Schriftsteller und Regisseur. Für seine Bücher, in denen er große Momente der Geschichte neu erzählt und damit ein eigenes Genre begründet, wurde er u. a. mit dem Prix de l'Inaperçu und dem Franz-Hessel-Preis ausgezeichnet. 2017 bekam er für "Die Tagesordnung" den wichtigsten französischen Literaturpreis Prix Goncourt verliehen.

"Vuillard zeigt, wozu Literatur in ihren großen Momenten fähig ist: blitzhafte Verwandlung träger, alter, viel zu oft erzählter Geschichte in schockierende Neuigkeit." (Der Spiegel)

"Ein schmales Buch, aber ein großes Werk" (ZDF)

"Die sensationellsten Bücher zu einem Gedenkjahr können jene sein, die nie für ein solches geplant und geschrieben waren. Eric Vuillards 'Die Tagesordnung' ist so ein Werk" (ORF)

"Die Faszinationskraft... ist... nicht von der Hand zu weisen: Im episodenhaft zugespitzten Bericht mischen sich Fakten und literarische Erzählung. Es ist Vuillards Blick für die skurrilen Momente seiner Literarisierung von Geschichte, für deren kleine, aber atemberaubende Zusammenhänge, der uns diese Geschichte wie eine Farce erscheinen lässt, was im Wissen um die drastischen Folgen dieser grotesken historischen Tatsachen umso deutlicher hervortreten muss." (literaturkritik.de)

Eric Vuillard, Die Tagesordnung, Matthes & Seitz Berlin, 2018

Moderation & Diskussionsleitung: Julia Willden
Lesung der Übersetzung: Joachim Rathke

Mit freundlicher Unterstützung von Institut Francais Autriche



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