HEIMSPIEL 2010
Fr 12 Feb 2010 | 20:00 | THEATER

Covergirl

Wie Lynndie England dazu kam, das böse Amerika zu verkörpern

MS (num. Sitzpl.): € 13/15/17, Stehpl. € 9

"Kennen Sie dieses Foto? - Ja. Ich kann's nicht mehr hören, natürlich kenne ich das Foto, jeder kennt das Foto, jeder erkennt mich auf dem Foto, jeder sieht, wie ich den nackten Mann an der Leine halte. Ich bin ein Covergirl. Ein Cover-Monster. Als wäre ich das einzige Monster."

Nach vierzig Vorstellungen in Österreich, Deutschland und Liechtenstein gastiert das vielgelobte Theaterprojekt über die Soldatin Lynndie England, die sich mit den berüchtigten Folterfotos von Abu Ghraib auf grausame Weise ins kollektive Gedächtnis unserer Zeit gebrannt hat, nun auch in Oberösterreich.
Der eindrückliche Theaterabend über die amerikanische Soldatin erzählt auf makabre, aber behutsame und sogar humorvolle Weise aus dem Leben einer jungen Frau, die Täterin und Opfer zugleich ist. Zwischen Dokumentation und Fiktion, zwischen innerem Monolog und Kabarett bewegt sich das Theaterstück, das den Wahnsinn des Krieges an einem Einzelschicksal aus dem Irakkrieg aufzeigt. COVERGIRL bietet eine Sektion des ’Menschen’ hinter dem ‚Monster’ und balanciert dabei einfühlsam, aber schonungslos zwischen Rechtfertigung und Anklage.
Schauspielerin Maria Fliri und Regisseurin Barbara Herold, die eine langjährige gemeinsame Theaterarbeit verbindet, gelingt das schillernde Psychogramm einer Frau, die vielleicht nie eine Chance gehabt hat.
"Barbara Herold hat mit ihrem Stück 'Covergirl' auf mutige, genau recherchierte und hochliterarische Weise das 'heiße Eisen' angefasst, das uns grausame und unheilbare Wunden einbrennt, seit die Menschheit Kriege gegeneinander führt", schreibt Felix Mitterer.

"Der Anti-American-Way-of-Life verpackt in ein Antikriegsstück. Sehenswert." (Kurier)

 "Die Produktion stellt sich in vorbildlicher Weise wichtigen Fragen, agiert mit großem Engagement am Schnittpunkt zwischen Theater, Politik und Zeitgeschehen, und verzichtet auch nicht auf Betroffenheit." (dieStandard.at)

 „Engagiertes Denken... ein engagierter Versuch, sich durch Fiktion die Abgründe der Realität erklären zu wollen. Hier soll kein Ziel erreicht, sondern reflektiert werden" (Südd. Zeitung)

"Ausgezeichnet, dass diese Wut raus musste" (Vbg. Nachrichten)

"Ein Theaterabend, der nicht moralisiert. Und vielleicht gerade deshalb so berührt." (Kronen Zeitung Tirol)

Mit Maria Fliri
Text und Regie: Barbara Herold
Kostüm: Ursula N. Müller
Licht: Arndt Rössler




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