Do 06 Mai 2010 | 20:00 | KöLSCH-ROCK

Wolfgang Niedeckens BAP

GS: Stehpl.: € 26/29/32; Sitzpl. (Balkon) € 33

"Kameraden, macht's Platz, jetzt kommt eine Extratour!", heißt es in einem Nestroy-Stück. Was 1834 im Alt-Wiener Volkstheater zu hören war, kann nun noch einmal ausgerufen werden: Mit BAP zieht es eine der erfolgreichsten deutschen Rockbands ins benachbarte Ausland. Eine "Extratour" in einer Zeit des Dazwischen - nach der ausgiebigen Tournee zum Nr.1-Album "Radio Pandora" (2008), die im September 2009 mit einem denkwürdigen Heimspiel vor dem Kölner Dom zu Ende ging - und auf der 3 CD-Box "Live und in Farbe - Radio Pandora Tour 2008/2009" dokumentiert wurde -, und vor dem Beginn der Arbeit an einer neuen Platte.

Und abgesehen von ihrer Teilnahme an Hubert von Goiserns "Linz Europa Tournee 2008/2009" ist es auch "verdamp lang her", dass Wolfgang Niedecken und seine Kölsch-Rocker hierzulande in einer Halle aufspielten...

Mit stolzen 10 erstplatzierten Alben rangieren BAP gleich hinter Peter Maffay als erfolgreichste Rockmusiker Deutschlands und der einzige bremsende Faktor im Karriere-Getriebe von BAP war wohl die konsequente Verweigerung in etwas anderem als dem Kölner Dialekt zu singen. Dennoch sahen sich BAP schon kurz nach ihrem überregionalen Durchbruch 1982 beim ersten Auslandskonzert in Basel von "lauter gutgelaunten, textkundigen Leuten" umgeben, wie Niedecken damals in sein Tour-Tagebuch schrieb. Ein Jahr später, anlässlich eines Auftritts in Graz, notierte der BAP-Chef: "Wir sind etwa 1000 km von Köln weg, so weit entfernt haben wir noch nie gespielt". Auch fernab der heiligen Stadt am Rhein und über alle Verständnisgrenzen hinweg wurden die BAP-Songs fortan gehört, mitgesungen und durchlebt. Und heute - fast 30 Jahre später - dürfte sich daran wenig geändert haben. Wir unkundige Österreicher nehmen den Kölsch'en Kauderwelsch eben weniger als schrulliges Idiom sondern als "BAP-Sprache" wahr, die einer der besten deutschen Textdichter als Vehikel zum Gedankentransport nutzt. Schlüssig auch für Sprachfremde, einem Wolfgang Ambros und dessen kritischer Dialektpoesie nicht unähnlich. Und Hand aufs Herz: Wer versteht schon jedes Wort aus dem Munde eines Bob Dylan? Um es mit den Worten Hubert von Goiserns zu sagen: "BAP sind wie ein amerikanischer Rockklassiker. Nur sind die Sprache und die Geschichten, die Wolfgang Niedecken erzählt, nicht amerikanisch, sondern 'kölsch'. Auch wenn man eine BAP-Nummer nicht kennt, hat man trotzdem das Gefühl, sofort mitsingen zu können. Das können die!"

Also "Arsch huh!" und Steh-, Tanz- und Mitsingvermögen beweisen, denn BAP live heißt: mindestens 3 Stunden "Affrocke"! Unterstützt wird die Band bei allen Auftritten von der Geigerin Anne de Wolff (CALEXICO, ROSENSTOLZ).

supported by JACK WOLFSKIN

BESETZUNG: Wolfgang Niedecken: Gesang, Gitarre, Helmut Krumminga: Gitarre, Anne de Wolff: Geige, Michael Nass: Tasteninstrumente, Werner Kopal: Bass, Jürgen Zöller: Schlagzeug
AKTUELLE CD: "Live und in Farbe" (2009), EMI



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