
Wir Sind Helden
Bring mich nach Linz
Bye, bye Babypause. Guten Tag WIR SIND HELDEN. Nach drei Jahren fortpflanzungsbedingter Auszeit ist die Berliner Hitmaschine wieder zurück auf der Showbühne. Mit neuer Musik, neuer Nachdenklichkeit, aber auch neuer Experimentierfreude. War das Sensationsdebüt "Die Reklamation" (2003) rotzfrech und unbeschwert, "Von hier an blind" (2005) immer noch erstaunlich locker und weltumarmend, "Soundso" (2007) schon etwas zu kalkuliert, dann ist das vierte Werk "Bring mich nach Hause" nun der Aufbruch zu neuen Ufern. Judith Holofernes, Mark Tavassol, Jean-Michel Tourette und Pola Roy haben die Pause nicht nur zur Pflege des Nachwuchses genutzt, sondern auch den Ideenhaushalt kräftig aufgeräumt und ausgebaut. Der Synthie bleibt bei den neuen Songs immer häufiger auf "off", das meiste ist per Hand eingespielt, der Sound der Band klingt kompakter und "live-haftiger", als man es von WIR SIND HELDEN bisher kannte. Pola im Platten-Info zum Entstehungsprozess: "Jedes Mal, wenn wir auf der Suche nach einem speziellen Sound waren, haben wir erstmal das vorhandene Analog-Instrumentarium durchstöbert... Dadurch haben sich Instrumente wie Akkordeon, Banjo, Glockenspiel, eine arabische Laute und ein wildes Sammelsurium an Percussion-Geräten auf's Album geschlichen." "Dazu kommt, dass die Songs durch das Live-Einspielen - und auch eine gewisse Lässigkeit kleinen Fehlern und Freiheiten gegenüber - tatsächlich mehr atmen und dass für unser Gefühl tatsächlich mehr Bewegung und Leben drin ist", ergänzt Mark. Mit dem Ergebnis können die Helden mehr als zufrieden sein. Ein reifes, aber nicht abgeklärtes, ein oft melancholisches, aber nicht depressiv machendes Werk von vier Mittdreißigern, die sich vom Erfolgsdruck nicht einschüchtern haben lassen. Und dennoch - oder gerade deshalb - reüssieren.








