
Um das Orchester des altehrwürdigen mazedonischen Familienclans Rashid ranken sich viele Legenden. Da wäre zum einen die zutiefst bewegende - hier leider nur skizzierbare - Geschichte, wie Patriarch Cherkezi Rashid zu seiner Trompete kam: Er nahm sie von einem Zigeuner an sich, der vor seinen Augen von der SS erschossen wurde, dessen beseeltes Spiel aber selbst das Erschießungskommando so sehr beeindruckte, dass sie den Jungen und alle anderen am Ort des Massakers noch lebenden Zigeuner laufen ließen.
Zum anderen bemühten sich bereits Worldmusic-Star Manu Chao und auch Regisseur Emir Kusturica vergeblich um eine Zusammenarbeit mit dem CHERKEZI ORCHESTRA. Ein Unterfangen, das dem am Berkeley College in Boston graduierten Jazz-Gitarristen Toni Kitanovski schließlich gelang. Der gebürtige Mazedonier und ehemalige künstlerische Leiter des großen serbischen Brass-Festivals in Guca über seine ersten Hörerlebnisse mit dem CHERKEZI ORCHESTRA: "Ich hörte alle Rhythmen, die jemals an mein Ohr gelangten, vereint im ersten Song. Die Soli, die sie spielten, sind vergleichbar mit den eindrücklichsten Jazzimprovisationen, die ich jemals hörte. Der einzigartigen Qualität ihrer Musik wohnt die mysteriöse Kraft inne, einen gleichzeitig zum Lachen und zum Weinen zu bringen." Immer schon hatten die Rashids - ohne je musikalisch ausgebildet worden zu sein -neben mazedonischen, albanischen, serbischen und türkischen Stücken auch Jazz- und Latin-Standards gespielt. Deshalb überzeugten den Patriarchen Cherkezi wohl auch Kitanovskis Visionen, traditionelle Blasmusik mit Klassik, modernem Jazz und afrikanischen Rhythmen zu verbinden. Das Ergebnis der Zusammenarbeit zählt zu den "ungewöhnlichsten Musikexperimenten des Balkans" (Concerto) und verschmilzt neben Kitanowskis Eigenkompositionen Werke von Erik Satie, Charles Mingus oder Ornette Coleman mit dem über drei Generationen tradierten, ekstatischen und intuitiven Spiel des CHERKEZI ORCHESTRAs. Auf keinen Fall die Tanzschuhe vergessen!
"Entdeckung des Jahres" (Süddeutsche Zeitung)
"Diese mazedonischen Gentlemen heben sich deutlich von der Schwemme an Balkan Brass Bands ab." (Rolling Stone)
"Das Cherkezi Orkestra ist nicht irgendeine Balkan Brass Band. Die individuelle Klasse seiner Musiker erinnert an die Orchester von Duke Ellington, Charles Mingus oder Sun Ra." (FAZ)
"Der Auftritt von Toni Kitanovski & Cherkezi Orkestra erzählte auf wunderbare Weise, was ein Treffen zwischen Ost und West erschaffen kann... die rhythmische Energie der Darbietung ließ dem Publikum keine andere Wahl als zu tanzen." (Stuttgarter Zeitung)
Bereit für neue Entdeckungen? Südosteuropa. Eine Kulturreise
Von 23. bis 25. März kommt die Veranstaltungsreihe "Südosteuropa: Eine Kulturreise", die durch acht europäische Städte in Österreich, Deutschland, Belgien und den Niederlanden führt, nach Linz. Initiiert von der Generaldirektion Erweiterung der Europäischen Kommission präsentieren KünstlerInnen aus Südosteuropa Literatur, Filme, Musik und Gastronomie aus ihrer Heimat.
Programm:
23. März, 19:30 Uhr im Stifterhaus
Autorenlesungen mit Fatos Kongoli (Albanien) und Edo Popovic (Kroatien). Moderation: Prof. Dr. Elisabeth von Erdmann (Universität Bamberg), Übersetzung: Ferry Öllinger
24. März, 20:00 Uhr im Posthof
Toni Kitanovski & Cherkezi Orchestra (Mazedonien)
25. März, 18:15 Uhr im Moviemento Kino
Filmabend in Anwesenheit der Regisseure Dalibor Matanic und Ognjen Svilicic. Moderation: Christine Dollhofer (Festivaldirektorin Crossing Europe)
* 18:15 Uhr "Sorry for Kung Fu" (Svilicic, 2006, Kroatien, OmU)
* 20:15 Uhr "Kino Lika" (Matanic, 2008, Kroatien, OmU)
25. März, 19:00 Uhr im GH Auerhahn, Urfahr
Danica (Balkan), Urfahraner Aufgeiger und Toni Kitanovski (Mazedonien)
25. März, 22:45 Uhr in der Solaris Lounge
Balkan-Beats-Party mit BJ Nevenko (Kroatien) und Leckerbissen aus Südosteuropa
Aktuelle Infos zum Schwerpunkt finden sich auch auf:
www.southeast-europe.eu/cultural-journey.html