
Scott Matthew feat. Spencer Cobrin present: Elva Snow
Support: Oliver Welter
ELVA SNOW? Nie gehört von dieser Band? Kann passieren, denn die beiden Protagonisten fielen bislang eher in anderen Konstellationen auf.
Der eine, Scott Matthew, ist gebürtiger Australier, lebt in New York, und hat als Singer/Songwriter zwei brillante Solo-Alben eingespielt. Dank seiner hochdramatischen, aber unangestrengt eingesetzten Stimme, wird der "quiet noise maker", wie er sich selbst bezeichnet, gerne mit dem jungen Bowie, Elvis Costello oder Antony Hegarty verglichen. Mit letzterem verbindet ihn auch sein Hang zu kammermusikalischen Arrangements und sanft wehklagenden Balladen, die in den besten Momenten tief ins Herz gehen.
Der andere, Spencer Cobrin, war von 1991 bis 1998 Schlagzeuger in der Band von Morrissey und fungierte für diesen auch als Co-Autor (u.a. bei den Songs "Lost" und "Wide To Receive"). Wie man weiß, sieht es der ehemalige Kopf der SMITHS aber nicht gerne, wenn jemand neben ihm zu einflussreich wird, und so verließ Cobrin nach Streitigkeiten mit Morrissey die Band und zog von England nach New York.
Ebendort trafen sich die beiden und gründeten das gemeinsame Projekt ELVA SNOW, in dem sie ihre stilistischen Vorlieben auf einen gemeinsamen Nenner brachten. Das Ergebnis: Mehr Morrissey und weniger Moll; zwar epischer Pop, aber rockorientierter und dynamischer als Matthews Solo-Arbeiten. Irgendwo zwischen SUEDE, MAZZY STAR und MARC ALMOND verortet. Nun fast 10 Jahre nach der Gründung reanimieren Matthew und Cobrin ELVA SNOW, veröffentlichen die beiden längst vergriffenen EPs als CD "Elva Snow" neu und präsentieren die alten Songs in neuem, akustischen Gewand. "Wir waren vielleicht nicht die größte Band der Welt, aber unsere Songs sind immer noch da und klingen frisch", erzählt Scott Matthew, bescheiden wie er ist.
Und wer weiß, vielleicht ist auch schon das eine oder andere Stück des für 2011 angekündigten neuen, dritten Scott Matthew-Albums zu hören. Ein schöner Abend im Zeichen des gepflegt-schwelgerischen Liedes wird es allemal.
Oliver Welter | Noch so ein "quiet noise maker": Der große Schmerzensmann, Sänger und Songschreiber von NAKED LUNCH wagt sich, nur mit Stimme und Akustikgitarre bewaffnet, an die fragile Substanz der Songs der letzten beiden Alben seiner Band. Er ist ein unverhohlener Melancholiker, der trotz widrigster Lebens- und Karriereumstände, seine Kampfeslust nicht in Selbstmitleid ertränkt, sondern weiterschreitet, bis die Liebe wieder spürbar wird. Ein schlechter Mensch, wer davor seine Ohren verschließt.









