
Razumovsky Ensemble
"Stella" von Johann Wolfgang Goethe
Ein Schauspiel für Liebende | Stella liebt einen Mann, der sie vor Jahren verlassen hat. Sie lebt in innerer Emigration und will eine junge Frau, Lucie, zur alltäglichen Hilfe einstellen.
Lucie reist mit ihrer Mutter Cäcilie an. Diese erkennt in Stellas Schicksal zugleich ihr eigenes: Auch sie liebt einen Mann, der sie verlassen hat. Als Fernando eintrifft, um zu Stella zurückzukehren, stellt sich heraus, dass beide Frauen von ihm verlassen worden sind. Cäcilie ist seine ehemalige Frau, Lucie seine Tochter, Stella die Geliebte.
Die Menage à Trois beginnt, zelebriert sich als Endspiel von emotionalen Möglichkeiten und Unmöglichkeiten im Dickicht psychologischer und sozialer Beziehungsstrukturen mit einem ungewöhnlichen Finale: "Und ihr Glück und ihre Liebe fasste selig eine Wohnung, ein Bett und ein Grab."
"Stella", im Jahre 1775, nur kurze Zeit nach den "Leiden des jungen Werther" verfasst, erwies sich bei der Uraufführung in Hamburg als gesellschaftlicher Skandal, wurde "als Schule der Entführung und Vielweiberei" angeprangert und ist seinem Ruf als umstrittenes Meisterwerk Goethes bis in die heutige Zeit treu geblieben.
Das RAZUMOVSKY ENSEMBLE wurde 2009 im Rahmen der "Razumovsky- Gesellschaft für Kunst und Kultur" gegründet, als freie Assoziation von Theaterkünstlern, die sich einer spezifischen ästhetischen und inhaltlichen Ensembletheaterarbeit verschrieben haben. Das Team hat in den letzten Jahren in den unterschiedlichsten künstlerischen Konstellationen an den Stadt-, Staats- und Landestheatern u.a. in Wien-Berlin-Zürich-Salzburg-Innsbruck-Bonn-Hannover-Meiningen-Wiesbaden-Saarbrücken-Bochum-Konstanz--Leipzig-Lübeck und Linz gearbeitet.
"Stella" von Goethe ist die Eröffnungspremiere dieses neuen Theaterensembles.
"Dreierbeziehung à la Goethe... Doppelpremiere im Posthof: Erstmals überhaupt präsentierte sich das neue Razumovsky Ensemble. In der Regie von Reinhard Göber haben die vier Schauspieler unter der Führung von Gudrun Tielsch eine mutige Interpretation von Goethes 'Stella' erarbeitet. Resümee: ein sehr gelungener Einstand!... Göber hat Mut zum Rotstift bewiesen. Seine Inszenierung zeigt die Schlüsselszenen von Goethes Original wie Spotlights, verbunden durch Musik von Leonard Cohen und Donovan... Auch schauspielerisch verblüffte der Abend, der von einem goldenen Lamettavorhang ablief..." (OÖ. Krone)
"Ein gar flotter Vierer... Fernando wirkt wie ein heruntergekommener Bar-Sänger, der in jeder Hinsicht bessere Tage gesehen hat. Dass gerade diesen farblosen Typen im hässlichen Ledermantel die Frauen derart lieben?... Regisseur Göber macht sich darüber ein bisschen lustig - und hat mit Hakon Hirzenberger einen perfekten Schauspieler für den Fernando gefunden. Er zeigt den zwischen drei Frauen Hin- und Hergerissenen weniger als liebestollen Hecht denn als immermüden, Leonard Cohen passabel interpretierenden Langweiler. Und genau diese ironischen Brechungen machen die Inszenierung reizvoll... schauspielerisch überzeugend und der Goethe'schen Sprache gerecht werdend..." (OÖN)
"Ein Mann, den wahrlich alle Frauen lieben... Der in Berlin geborene Regisseur Reinhard Göber arbeitet fein den eigentlichen 'Skandal' des Stückes heraus: Auch die größte Liebe verläuft irgendwann im Sand. Fast als wäre es absurdes Theater von Beckett, sitzen die Figuren oft Meter voneinander entfernt, einander den Rücken zuwendend. Göber reduziert das wilde Treiben radikal, Ariane Salzbrunn hat dazu das karge Bühnenbild gestaltet... Tolle darstellerische Leistungen, zu Beginn eben gewöhnungsbedürftig Göbers Vorliebe fürs Karge. Langer Applaus." (Volksblatt)
Premiere: Fr. 23. April 2010, 20:00 Uhr, Posthof Linz
Weiters: Di. 4. - Fr. 7. Mai, Sa. 5. Juni (Auszüge) sowie Di. 8. - Do. 10. Juni
Stella: Gudrun Tielsch
Fernando: Hakon Hirzenberger
Cäcilie: Irene Christ
Lucie: Julia Rosa Stöckl
Regie: Reinhard Göber
Ausstattung: Ariane Salzbrunn
Produktion: Stefan Geszti, Maria Schwarz, Gudrun Tielsch
Regieassistenz: Nora Krehan








