
Mit Peter Hamill geht einer der profiliertesten britischen Musiker und Komponisten, der sein Publikum seit den 60ern mit anspruchsvollen, komplex arrangierten Songs fordert, nach 3 Jahren endlich wieder auf Tour. Mit schöner Regelmäßigkeit beglückt er uns mit Alben, die sich selten beim ersten Hören erschließen, die es aber immer lohnen, näher in sie reinzuhören. Nach schweren gesundheitlichen Problemen ist mit "Thin Air" gerade eine neue CD von ihm erschienen, die quasi im Alleingang komponiert, eingesungen und - mit Klavier, Synthies, Gitarren und programmierten Drums - eingespielt wurde. Ein ruhiges, atmosphärisch düsteres und durchaus sprödes Werk - ein reifes Alterswerk, das erarbeitet werden will. Hammill ist eben Hammill - like it or not, nothing between...
Der heute 61-jährige Peter Hamill fungierte ab 1967 als Sänger, Gitarrist und Pianist von VAN DER GRAAF GENERATOR, einer legendären Formation, die selbst für Progressive-Rock-Maßstäbe in Sachen chaotischer Versuchsanordnung und Komplexität der Songstrukturen Sonderstatus besaß. Der weitgehende Verzicht auf die obligatorische E-Gitarre, die dominierende Zwiesprache von Orgel und Saxophon, durchsetzt von Free-Jazz-Improvisationsstrecken, dazu die paranoiden Texte des "King of Fear" Peter Hamill - das war auch für die härtest gesottenen LSD-Schlucker oftmals zuviel des Guten. 1972 trennten sich VAN DER GRAAF GENERATOR, und Peter Hamill konzentrierte sich verstärkt auf eigene Arbeiten und Kollaborationen mit u.a. dem KRONOS QUARTET, Peter Gabriel und Robert Fripp. Von 1975-78 und ab 2005 fanden Reunions statt, teilweise in der klassischen Besetzung wiederum mit Peter Hammill als Schlüsselfigur der Band.
Wer sich heute noch nicht zur Hammill-Gemeinde rechnet, hat nun mit der konzertanten Umsetzung von "Thin Air" und einem Querschnitt aus der über 40 Alben umfassenden Diskografie die Chance, einen Singer/Songwriter und eindringlichen Live-Performer zu entdecken, der seine eigene Nische konsequent für sich beansprucht.
"The career of Peter Hammill has been one of the most indomitable journeys of post-war British music." (Mojo)
"Haunting ballader and manic live performer... heavyweight. Intense and fantastically stentorian." (Q)
"A consummate and commanding performer... one of the few that continue to matter" (The Wire)
"A song - at least in my view - should not be didactic... there should be 'holes' in it, into which the listener can insert his own comprehension and experience." (Peter Hammill)