
Naked Lunch spielen Universalove
Ein Film, der in Marseille spielt, in Brasilien, Belgrad, Tokio, Luxemburg und New York. "Universalove" nimmt uns mit auf eine große Reise und wirft an allen Schauplätzen einen lebensklugen Blick auf die Liebe, auf die Verwirrungen, die Verrücktheiten und Vergeblichkeiten der Liebe. Eine atemlose, vibrierende Odyssee zur Musik von NAKED LUNCH, die kein geschmacksverstärkender Soundtrack ist, sondern ein Hauptrolle spielt.
Thomas Woschitz entwickelt in seinem virtuos verschränkten Episodenfilm aus der Ästhetik der Musikvideos eine junge, eigensinnige Erzählweise. Jeder seiner Figuren schenkt er einen eigenen Bilderkosmos, einen eigenen Rhythmus, eine eigene Atmosphäre. Und am Ende hält die Welt vor lauter Liebe für einen Augenblick den Atem an. "Universalove" ist der erste Langfilm des 1968 in Klagenfurt geborenen Woschitz. Und damit sorgte er gleich für gehörig viel Aufsehen, konnte er doch mit diesem Film u.a. den Max Ophüls Preis gewinnen, der neben einer finanziellen Ausstattung auch für eine satte Aufstockung des Renommees sorgte, gilt er doch als einer der wichtigsten Nachwuchsfilmpreise im deutschsprachigen Raum.
Die Lieder im Film vermitteln, in bester Naked Lunch-Manier, Melancholie und traurig schöne Melodien. Hymnische Arrangements und orchestrale Verwebungen gleiten von Song zu Song. Come closer where we are", singt Oliver Welter einmal, und wie zum Trotz entfernt sich ein Mann auf der nächtlichen Straße. Ein anderes Mal weitet sich die urbane Szene rund um einen heimlich in das girl next door verliebten Drifter in eine Tokio-Kamerafahrt, die irgendwann den Blick auf die Menschen in der lichtzuckenden Skyline verliert: "All my life I am waiting", klagt ein Song. Er könnte von jedem von uns sein.
Ein verzaubernder Abend im Zeichen des universellsten aller Gefühle: der Liebe. Ein Filmkonzert mit komplexer Livevertonung. Und eines der raren Konzerte von Naked Lunch. Ein Abend, der von Herzen kommt.
Universalove (Österreich, Luxemburg, Serbien 2008, 83 Min)
Regie: Thomas Woschitz, Naked Lunch Drehbuch: Thomas Woschitz, Andrea Piva | Darsteller: Anica Dobra, Dušan Ašković, Damien Smith, Sri Gordon, Daniel Plier, Sascha Migge, Liza Machover, Samir "RPZ" Menouar, Magda Gomes, Erom Cordeiro, Kyoichi Komoto, Makiko Kawai | Kamera: Enzo Brandner | Musik: Naked Lunch | Ton: Carlo Thoss | Produktion: Gabriele Kranzelbinder, Pol Cruchten, Jeanne Geiben, Miroslav Mogorović | Ausgezeichnet mit dem Max Ophüls Preis 2009, Beste Kamera Diagonale 2009








