
Nada Surf
Support: Waters
Der Begriff "Nada Surf" meint im Spanischen, sich aus einer Depression zu befreien. Damit ist die Agenda dieser seit Mitte der 1990er aktiven New Yorker Indierock-Institution bereits treffend beschrieben. NADA SURF zehren nun schon sieben Studioalben lang von ihrer traumwandlerischen Sicherheit, ergreifende, melancholische Hooks in großartige Powerpop-Songs zu packen. Und über allem thront stets Matthew Caws' Stimme, der das Talent innewohnt, selbst im Stadium größter Zermürbtheit noch optimistisch zu klingen.
Das war schon bei ihrem Über-Hit "Popular" vom ersten Album "High/Low" so, der noch heute Stammgast in jeder Indie-Disco ist. Das blieb auch nach den Jahren der Plattenfirmen-Querelen so, als Nada Surf kaum jemand mehr hören wollte (außer in Frankreich, wo sie so etwas wie Star-Status genießen) und das Trio schließlich 2002 mit "Let Go" das Trübsal wegblies und einen beinahe euphorischen Neuanfang wagte. So euphorisch Nada Surf eben sein können.
Zeitsprung ins Jahr 2012: Das pressfrische Album Nr. 7 "The Stars Are Indifferent To Astronomy" bietet einmal mehr ein All-inclusive-Paket Nada Surf'schen Powerpop-Handwerks. Da wird nicht lange hinterfragt. Matthew Caws, Daniel Lorca und Ira Elliot umarmen jeden Song, als wäre er gerade erst im Proberaum entstanden. Diese frische Energie tut der Band mehr als gut, das strahlt Herzenswärme aus und gleicht dem Sturm und Drang einer Band, die noch lange keine 15 Jahre im Business ist.
Nach dem eher mauen Vorgänger "Lucky" wächst nun also wieder zusammen, was immer schon zusammengehört hat. Und live sind Nada Surf sowieso stets eine Spur schneller und rockiger als auf Platte gewesen. So wie formidabler Powerpop eben sein soll.








