
Metal Overdose # 38 vs. Punkorama # 27
Black Bomb A / U.G.F. / Darius Mondop / Replica / Provoke To Proceed vs. Sights & Sounds / Constants / Thirteen Days / Red Machete
METAL OVERDOSE # 38
Black Bomb A | Dazu auszugsweise das Earshot-Review vom MO#31: "Nun zum außergewöhnlichen Headliner. BLACKBOMB.A waren mir komplett unbekannt und der Überraschung wegen informierte ich mich im Vorhinein auch nur minimal. Erst kam ein kleiner Schrecken, als Poun mit BILLY TALENT-artigem Gesang daher kam, doch kurz darauf brach ein wütendes Intermezzo aus Hardcore, deftigem Metal, einem Schuss Punk und unzähligen anderen Genres aus. 'Breaking boundaries' ist die Devise von BLACKBOMB.A, und diese Grenzen loten sie auch zu Gänze aus. Alleine schon die Sänger, die nicht nur optisch verschiedener nicht sein konnten, brachten ein unglaubliches Gesangsspektrum mit. Während Poun von poppigem Gesang, über hymnische Vocals, bis hin zu hohen Screams verfügt, brachte der zweite Mann seine tiefe und kraftvolle Stimme mit tiefen Growls und voluminösen Gesängen mit. Musikalisch verhielt es sich dementsprechend abwechslungsreich. Während beispielsweise bei 'Emergency' mit heftigem Pogo-Hardcore in hoher Geschwindigkeit angefangen wurde, konnte man kurz darauf wieder melodische Parts mit viel Gefühl vernehmen, nur um gleich wieder mit brutalstem Metal überrollt zu werden. Wer nun noch ruhig stehen konnte, dem war nicht mehr zu helfen oder er war schlichtweg tot.
U.G.F. | Die Underground Groove Front aus dem oberösterreichisch-bayerischen Grenzgebiet groovt bereits seit 1998 durch den heimischen Underground. Die musikalische Marschrichtung der Band beschreibt einen Bastard aus Metal und Hardcore, der neben einer massiven Ladung Groove, Elemente aus Doom und Thrash vereint. Die derzeit im Fronteinsatz befindlichen Musiker dürften für manchen Hörer keine Unbekannten mehr sein: neben U.G.F. sind einige Mitglieder bei den Bands GodHateCode, Ultrawurscht, Afgrund und Distaste aktiv.
Darius Mondop | Wenn DARIUS MONDOP staubig und dreckig auf Ihrer Groove-Maschine um die Ecke biegen dann ist auch im Metal-Lager wieder tanzen, moshen, bangen und feiern angesagt. In der Szene gelten die fünf Mucker aus Linz noch immer als Geheimtipp, liefern jedoch bereits seit Jahren modernen Metal mit Stoner-Attitüde und Spielspaß, den man hört und spürt. Die Jungs kennen sich in dem Genre aus, drücken ihren eigenen Stempel drauf und sorgen mal schwermütig mal frisch und lebendig für Abwechslung. Die Stimme von Fronter Tom klingt dreckig wie Opas Reibeisen. Die Mucke drückt gewaltig nach vorne und wummert tonnenschwer aus den Lautsprecherboxen. D.MONDOP kombinieren eine beeindruckende stilistische Vielfalt und ihre unüberhörbaren Wurzeln mit Leichtigkeit zu einer homogenen Essenz voller Schwermut und treibender Kraft. Prädikat: "Hart aber tanzbar!" Stolze Stoner/Sludge/Metal Mixtur oder wie böse Zungen behaupten: Der wahrscheinlich härteste Alternative aller Zeiten!
Replica | Mit ihrem letzten Studioalbum, das den äußerst frappant wirkenden Titel "Choose Between The Devil And The Deep Blue Sea" trägt, präsentieren sich REPLICA nicht nur reifer, sondern pointieren Vielschichtigkeit, Melodiebewusstsein und vor allem Härte! Die Band bleibt ihrer technischen Linie treu, überzeugt jedoch flankierend durch Spontanität und Scharfsinn. Perfekt arrangierte Riffattacken und gekonnt eingesetzte Tempovariationen dominieren die ausgeklügelten Klangschemata und schrauben sich unaufhaltsam durch die Gehörgänge. Konsequent unterwandern emotionale Harmonien mit gesättigter Progressive-Neigung raue Thrash-Metal-Strukturen und erzeugen damit die wohl wesentlichste Trademark im Sound der Band. Wiedererkennungswert beweist auch der tobende Reibeisen-Gesang, der den Hörer unverfroren in die Knie zwingt. Die textlichen Inhalte schließen den Kreis: Mit offensiven, sozialkritischen Statements akzentuiert die Combo das akustische Gewicht und thematisiert auf plakative Art und Weise einen traditionellen, aber nicht eingerosteten Diskurs - die Korrelation zwischen The Devil And The Deep Blue Sea.
Provoke To Proceed | "Destroy Every Metal Order" ist nicht nur der Name der zweiten Demo CD, sondern auch Motto von P2P. Ganz im Sinne der Stahlstadt Linz werden altbekannte Metall-Arten mit neuen Klängen verschmolzen. Produziert und provoziert wird mit tiefgestimmten Saiten, perkussivem Bass, groovigen Drums, markantem Gesang und Geschrei. Der Gesamtguss bietet eine abwechslungsreiche Kombination aus interessanten Songstrukturen, drückenden Harmonien und mitreißendem Melodiespiel. Die Jungs bezeichnen das als "Melochromatic Metal". Bei der Frage mit welchen bekannten Bands man einen Vergleich ziehen könnte, würde man Deftones, Mudvayne, KoRn, Slipknot und Meshuggah zu hören bekommen.
PUNKORAMA # 27
Sights & Sounds | Das Trio um Sänger/Gitarrist Andrew Neufeld, Drummer Joel Neufeld, Bassist Matt Howes und Gitarrist Adrian Mottram traf erstmals zu Silvester 2006 zusammen und entdeckte sofort ihren gemeinsamen musikalischen Nenner. Nach dem Release ihrer selbstbetitelten EP 2007 gingen Sights & Sounds mit ihrer kraftstrotzenden Show auf Tour und teilten sich die Bühne mit Acts wie Silverstein, Cancer Bats und Boys Night Out. "Monolith", ihr Longplayer-Debüt ist eine Sammlung komplexer Songs, die den Bogen zwischen sonischer Brutalität und filigranen Experimenten mit Soundtexturen maximal ausreizen. Das Ergebnis ist ein außergewöhnliches Album voller Post-Hardcore- und Punk-Einflüsse, die mit Spurenelementen fernöstlicher Melodien versetzt sind und mit Songs, die so aggressiv wie einfallsreich sind, aufwarten kann. Aus Inspirationen von Bands wie Mew, The Police, Sigur Ros odder Lifetime kreieren die ehemals bei Comeback Kid, Sick City und Figure Four aktiven Jungs musikalische Artefakte als Oden an das Leben und die Freundschaft. Frisch, interessant und einzigartig!
Constants | ...ist ein Unternehmen, das alles von Grund auf neu macht. "Ich wusste, wie man mit einem Computer Musik aufnimmt. Also fingen wir damit an. Als es dann an der Zeit war, eine Platte aufzunehmen, starteten wir ein Label", erklärt Frontman Will Benoit. "Als wir vor 5 Jahren loslegten, wollten wir richtig schräge Musik machen, in verrückten Takten mit sehr perkussiven Gitarren und Bass." Heute versuchen Constants einfach so zu sein, wie sie sind. Die Songs auf "The Foundation, the Machine, the Ascension" klingen gereift, fokussiert, unangestrengt. Nach drei rohen, eher verbissenen frühen Releases sind Constants bei sich selbst angekommen: Benoit im Verein mit Bassist Orion Wainer und Drummer Rob Motes haben die ambitioniert-jugendliche Energie der Band in eine klare, unverwechselbare Handschrift kanalisiert. Beständiges Touren war ein Schlüsselelement bei der Formung des Band-Sounds und dem Aufbau ihrer Fanbase.
Thirteen Days | Die Jungs rund um Frontman und Songwriter Roman Mischitz begannen circa 2007 damit, genau die Musik zu schreiben und spielen, die sie selber gerne hören wollten - und zwar eine sehr melodiöse Mischung aus Pop, Rock und Punk, die sich mit Vehemenz in den Gehörgängen des geneigten Zuhörers festsetzt und ihren Ohrwurmcharakter definitiv nicht so schnell verliert! Mit ihrer extrem tighten Live-Performance und unverwechselbarem Charme spielten sich THIRTEEN DAYS in den letzten Jahren ohne Zweifel in die Oberliga ihres Genres in Europa! 2011 stand neben unverminderter Livepräsenz ganz im Zeichen der Produktion des zweiten Albums "Love, Fear And Fire", das im kommenden Jahr in Europa und darüber hinaus veröffentlicht werden wird. Neben Festivals wie dem TWO DAYS A WEEK, DONAUINSELFEST, ROCK4PEACE uvm. glänzten THIRTEEN DAYS auch bereits auf Clubbühnen in und rund um Österreich - also dran bleiben!
Red Machete | ...wurden Ende 2008 von Klaus Fischer und Marco Hadzic gegründet. Im Laufe des Jahres 2009 kam am Bass Jürgen Daller hinzu und ein Rock'n'Roll-Dreigestirn wurde komplettiert. Seither wird im Stil der 70er und 80er gerockt bis zur totalen Erschöpfung.
















