
n.n., "nomen nescio" (noch nicht bekannter Name) ist der gängige Platzhalter für den Namen einer Person, die noch zu finden ist - für Vorträge, künstlerische Belange und vieles mehr.
In dieser Form steht "nomen nescio" für die angesprochene Person, Tänzer und Publikum gleichermaßen.
Der Performance liegt ein gesprochener Text vom Autor, Philosoph und Bewußtseinsforscher Ken Wilber zugrunde, der über das Selbst, die unmittelbare Erfahrung von Lebendigkeit und die Möglichkeit des Nicht-Dualen sinniert.
Wie ein Mantra öffnet die betörende Stimme von Markus Pfaff den Raum, in dem sich das Bühnengeschehen auf mehreren Ebenen in verschiedenen Höhenniveaus entfaltet.
Mittels Großbildprojektionen werden virtuelle Raumwelten geschaffen, die sich mit echten Bewegungswelten verschränken. In das abstrakte Thema von Raum und Zeit werden visuell/kinetische Konkretisierungen von kultureller Entwicklung eingeschrieben: Tierspuren, Zeichen und Symbole, die Entwicklung unserer heutigen Schrift und deren Beschleunigung bis zum binären Code der Informationstechnologien. Teile dieser Projektionen werden durch die Körper der beiden Tänzerinnen aufgefangen und verbinden sich somit zu einer dynamischen Symbiose mit der Bewegung.
Der Tanz übersetzt das jeweilige Bildzeichen in Bewegungssprache und Körperenergie. Darüber hinaus befragt die choreografische Struktur das Wesen der Dualität, weniger als einander ausschließende Gegensätzlichkeit denn als Zweiheit im Raum gedacht. Dabei wird mit räumlichen und vor allem zeitlichen Verschiebungen gearbeitet. Bewegung findet nicht nur im einzelnen Tanzkörperuniversum statt, sondern auch und vor allem zwischen den Körpern: Kommunikation pur.
Idee, Konzept, künstl.Leitung: Marina Koraiman, Franz Durst
Tanz & Raum: Marina Koraiman, Ulrike Hager
Licht & Raum: Rainer Kocher
Bild & Raum: Franz Durst
Stimme & Raum: Markus Pfaff
Text: Ken Wilber
Diaprojektoren: Ingo Randolf
Tonmix: Günther Gessert