Di 28 Feb 2012 | 20:00 | SOUL/COUNTRY

Lambchop

Support: Cortney Tidwell

MS: € 22/25/28

Vom einstigen Fliesenleger zu einem "der besten lebenden Songwriter" (NZZ): Mit viel Soul in der Stimme und dem Schalk im Nacken gründete Kurt Wagner 1986 die Band Lambchop mit dem Anspruch, "Nashville's most fucked-up country band" zu sein. Seiner Heimatstadt wollte Wagner damit gleichermaßen einen Schrein errichten und ihr Mord, Brand und Pestilenz anheim wünschen. Beides ist ihm hervorragend gelungen. Wagner ist in mancherlei Hinsicht der Stachel im Fleisch einer durch den Leichenschmaus der großen Töchtersöhne Nashvilles adipös gewordenen Country-Musik-Industrie. Gleichzeitig aber auch ihr Retter, in dem er den Cowboy-Kitsch entsorgte und gegen Soul-, Jazz- und Alternative-Anleihen eintauschte.

Mehr als das: Laut FAZ gibt es "kaum einen gewiefteren Komponisten in der Popmusik als Kurt Wagner aus Nashville", und das 2002er Lambchop-Album "Is A Woman" wurde von der Süddeutschen Zeitung gar unter die Top Ten der besten Alben aller Zeiten gereiht. Besonders auf diesem und dem Album "Nixon" zeigt sich Wagners Singer/Songwriter-Kunst in seiner irrlichternden Brillanz. Nun nach vierjähriger Pause erscheint endlich ein neues Lambchop-Album. "Mr. M." ist das elfte und es schickt sich an, einen Platz dicht neben (oder gar über) den beiden oben genannten Meisterwerken im Oeuvre der Band einzunehmen.

Tief getroffen vom Freitod seines Freundes Vic Chesnutt verlor Wagner nach dem 2008er Album "OH (Ohio)" fast seine musikalische Schaffensfreude und wandte sich einige Zeit seiner alten Liebe, der Malerei, zu. Es entstand eine Serie von Portraits, von denen eines nun das Cover von "Mr. M." ziert. Warum dieses Album überhaupt zustande kam, ist dem langjährigen Lambchop-Produzenten Mark Nevers zu verdanken, der ein Soundkonzept für ein Album im Kopf hatte, das perfekt mit Wagners Songwriting harmonieren würde. Eine Art "Psycho-Sinatra-Sound", wie es Wagner nennt, mit offenen und dennoch komplexen Streicher- und anderen Sounds, die der Musik eine seltsame Präsenz verleihen.

Mit Spannung dürfen wir die Live-Umsetzung des opulenten Klangs von "Mr. M." erwarten, die von der Kernband Matt Swanson (bass), Tony Crow (piano), William Tyler (guitar), Ryan Norris (guitar, organ) und Scott Martin (drums, percussion) sowie einer Reihe von Gastmusikern umgesetzt wird - und die Kurt Wagner mit seinem außergewöhnlichen Ensemble nach 6 Jahren Absenz endlich wieder nach Linz bringt!

[Zum Musik-Abo Frühjahr 2012]

AKTUELLE CD: "Mr. M." (VÖ: 24.2.2012), City Slang



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