
Gianmaria Testa
Vitamia
Das Piemont ist nicht nur eine gute Gegend für Barolo und Trüffel, sondern auch für große italienische Liedermacher. So wurde nicht nur Paolo Conte hier geboren, sondern auch Gianmaria Testa. Der Sohn einer musikalischen Bauernfamilie avancierte in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten zeitgenössischen Cantautore.
Mit 35 gewann der heute 53-jährige Testa den renommierten Premio Racanati. Seine ersten großen Erfolge feierte er jedoch in Paris, wo ihm seine beiden ersten Alben "Montgolfières" (1995) und "Extra-Muros" (1996) u.a. zu Auftritten im ehrwürdigen Olympia verhalfen. Erst danach begann auch ein breites italienisches Publikum seine Poesie zwischen Canzoni und Jazz, Bossanova und Habanera, Walzer und Tango zu bewundern.
Testa schreibt "Lieder, die mitten aus dem Leben gegriffen sind" (Arte) und singt sie mit voller, leicht verhangener Sprechstimme. Gefühlvoll, aber nicht sentimental, melodisch, aber nicht schnulzig formt der ehemalige Bahnhofsvorsteher seiner Heimatstadt Cuneo ein Kaleidoskop zutiefst menschlicher Emotionen. Mitunter wagt sich Testa aber auch auf politisches Terrain, wie auf "Da Questa Parte Del Mare", in dem er das Elend jener zehntausenden Flüchtlinge besingt, die jedes Jahr in Italien an Land gehen, um in der "Festung Europa" als illegale Einwanderer ihr Glück zu suchen.
Im Posthof stellt Gianmaria Testa nun die Lieder seines neuen Albums "Vitamia" vor, auf dem sich der Liedermacher experimentierfreudiger denn je zeigt und eine immense Vielfalt an musikalischen Farben und Nuancen ausbreitet - von scharfkantigem Rock über magische Akkordeon-Klänge bis hin zu intimen, herzerwärmenden Balladen, für die man Gianmaria Testa lieben gelernt hat.
[Zum Musik-Abo Frühjahr 2012]








