
Editta Braun Company
König Artus
Menschheitsgeschichte ist Fortschritt. Eines Tages wird die Utopie einer freien und gerechten Welt ohne Krieg und Gewalt Wirklichkeit werden. Oder?
Merlin lebt rückwärts, er kommt aus der Zukunft und weiß, wohin die Menschheit marschiert. Als er König Artus die Idee von der Tafelrunde einflüstert, die Utopie einer Gesellschaft der Brüderlichkeit, will er nicht die Welt retten. Die Tafelrunde ist sein Experiment, Gedankenspielerei. Doch Artus nimmt sie ernst. Von Merlin lernt er, sich die Tiere zum Vorbild zu nehmen, die anders als der homo sapiens Krieg nicht kennen. Von Morgaine lernt er Sanftheit, Zärtlichkeit, Liebe. Doch Merlin kennt den Lauf der Weltgeschichte, und der ekelt ihn an.
König Artus, Heilsbringer und Utopist, begegnet uns als von Zweifeln gequälter, dem Tode naher, verzweifelter Held. Seine Erinnerungen und Träume, die Auseinandersetzung mit Merlins Lehren und seinem Zynismus lassen noch einmal die Vision von einer besseren Welt aufflackern, ehe die Hoffnung erlischt.
"Warlords würden wir heute diese Könige nennen, die im 5. bzw. 6. Jahrhundert die britische Insel beherrschten, das Gesetz des Stärkeren war bestimmend, die Clans waren in mörderische Kämpfe verstrickt. Artus - wahrscheinlich gab es ihn als Heerführer, wenn auch nicht als König - schaffte für nur kurze Zeit eine Regulierung dieser Kräfte durch einen Gesetzeskodex und einte Stämme gegen die Überfälle von außen. Heute agiert das internationale Finanzkapital in einem gesetzesfreien Raum. Gleichzeitig versinken immer mehr Nationalstaaten in Bürgerkriegen. In Staaten ohne funktionierende Zentralregierungen leben die Zivilgesellschaften wie Puppen in einem grausamen Spiel. Somalia, Afghanistan, Sudan, Demokratische Republik Kongo. Und andere. Beide Ebenen beherrscht die Gier. Beiden fehlt jede Vision jenseits eines ausschließlich egozentrischen Blicks. Zeit für neue Utopien." (Editta Braun)
König Artus: Tomaz Simatovic
Merlin: Markus Kofler
Morgaine: Viviana Escalé
Choreografische Regie, Konzeption: Editta Braun in Zusammenarbeit mit dem Team
Textbearbeitung, Dramaturgie, Coaching: Gerda Poschmann-Reichenau
Komposition: Thierry Zaboitzeff
Lichtdesign: Peter Thalhamer
Bühnensetting: Hubert Schwaiger, Peter Thalhamer
Ausstattung: Arturas Valudskis
Textmontage basierend auf T.H.Whites vierbändiger Romanadaption nach Thomas Malory; Spurenelemente aus Tankred Dorst: Merlin; Originalbeitrag "Merlin kotzt" von Josef Wittmann








