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Meinung

Ein Ring, sie zu knechten

Andreas Kump


Fr. 14.10.2011

 

Letzte Woche, es war einer der letzten schönen und warmen Tage des Jahres, leistete ich mir etwas, das bald so nicht mehr möglich sein wird. Ich lief am schmalen Treppelweg von Urfahr nach Puchenau. Und von dort hinterrücks auf den Pöstlingberg. Ein echter Luxus, wenn sich eine Laufstrecke ins Gemüse mit wenigen Schritten vom Hauptplatz der Stadt aus erreichen lässt.

Aber das ist bald Geschichte. Wenn in Linz erst einmal der Westring samt Brücke steht, wird das Laufvergnügen in der dann vollkommenen Autolärmhölle des Donautals gegen Null gehen. Was da auf uns zukommt, lässt sich in seinem Braus und Klang noch gar nicht abschätzen. Gäbe es jedenfalls das Gasthaus zur schönen Aussicht am Freinberg noch, müsste es spätestens mit Inbetriebnahme der neuen Brücke schließen. Wo früher Ausflugsgäste der Donau beim stillen Fließen zusehen konnten, würde die eigene Bestellung nicht mehr zu hören sein.

Überhaupt, diese Brücke! Es ist lustig, wie diese in Entwürfen der Bevölkerung verkauft wird. Im Neuen Volksblatt, der Parteizeitung der ÖVP, sah ich sie zuletzt als dünnen, aus grünen Ufern herauswachsenden Steg. So als würde es sich dabei um eine fragile Hängebrücke im südamerikanischen Dschungel handeln, die selbst Indiana Jones nur zaghaft überquert. Die Wirklichkeit wird aber mit Bestimmtheit anders aussehen. Breit, grau, laut und stinkend. Ein Abschiedsgeschenk müder, alter Männer an ihre per Auto ein- und auspendelnden Mühlviertler Wähler. Das Wort Entscheidungsträger kriegt dabei eine völlig neue Bedeutung.

Während sich jede Landgemeinde für eine Umfahrung stark macht, so sie denn 2011 noch keine hat, kriegt Linz eine Durchfahrung - und das in der Schlussviertelstunde des automobilen Zeitalters. Brutal. Hier wird klar auf die falschen Pferdestärken gesetzt. Die Zukunft liegt weder in hemmungsloser Zersiedlung noch im ressourcenintensiven Solopendeln. Die Zukunft liegt im verdichteten Stadtraum und einem gut ausgebauten öffentlichen Verkehr. Auch in Linz. Für das Donautal wird es dann zu spät sein. Für meine Laufstrecke auch. Ewig schade darum.

Der Autor: Andreas Kump lebt in Wien, bereist von dort ständig Linz, und hat zu allem in der Stadt eine Meinung.



Dienstag, 21. Oktober 2014

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