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Meinung

Roland

Andreas Kump


So. 18.09.2011

 

Heute genau vor einem Jahr starb Roland. Viel zu früh, mit 43, nach jahrelangem Kampf mit dem Krebs. Roland kannte ich seit den Achtziger Jahren, aus Tagen in denen wir beide Zeitungsmacher waren. Ich hatte damals in Linz ein fotokopiertes Fanzine gebastelt, das sich an lokalen Bands und dem eigenen Heranwachsen abarbeitete. Und Roland hatte zur selben Zeit ähnliches getan. Nur eben viel besser. Franzi hieß sein journalistischer Wurf, auf den ich nicht einmal neidisch sein konnte, weil dabei vom Titel bis zu sämtlichen Artikeln alles unbestritten cooler war.

Eng befreundet waren wir in den Jahren darauf nicht. Aber wenn wir uns über den Weg liefen, meist nach und vor Konzerten, auch und gerade im Posthof, hatten wir uns viel zu sagen. Über Musik, Architektur, Politik und Fußball. Kaum ein popkulturelles Ereignis, wo er nicht zugegen war. Sozialisiert von britischem Pop, aber offen für alles, bewies er immer scharfen Verstand. Ein kritischer Geist sei Roland gewesen, stand später in seinem Nachruf auf der Website der Oberösterreichischen Nachrichten. Das trifft es nicht ganz. Roland wusste ganz einfach richtig von falsch zu trennen - und konnte das auch stets argumentieren.

Von seiner schweren Erkrankung hat er mir 2009 während des Crossing Europe Filmfestivals erzählt. Er tat das auf seine eigene, lebensfrohe Art. Mir fiel es daher schwer zu glauben, was er mir von Chemotherapien und dem Rückzug aus dem Berufsleben berichtete. Aber es war wahr und es hat unser Verhältnis intensiviert. Ab diesem Zeitpunkt saßen wir oft im Cafe Traxlmayr, redeten länger mitsammen. Über den überraschenden Abbruch der Kleinmünchner Aschensiedlung, der uns beide arg enttäuschte. Über die Ergebnisse des FC Blau-Weiß Linz, dessen unterstützendes Mitglied er war. Über Adolf Krischanitz und die Turmaufbauten für die Brückenkopfgebäude, die wir herbei sehnten. Über Wolfgang Kos' Landgraf-Artikel "Das langsame Café an der schnellen Straße", den er mir aus einer uralten Ausgabe des WIENER fotokopierte. Und viel über Lebenserwartungen und geschenkte Tage.

Im Juli 2010 sahen wir uns noch einmal im Parkbad. Roland wirkte wie immer. Thema des Tages war das Comeback des ebenfalls schwer erkrankten Edwyn Collins, das ihm naheliegenderweise viel bedeutete. Aber dann verschlechterte sich Rolands Gesundheitszustand rapide. Bei unserer letzten Begegnung im Traxlmayr war er sichtlich gezeichnet. Ich befürchtete das Schlimmste. Es sollte kurz darauf leider eintreffen.

Seit Rolands Tod ist eigentlich keine Woche vergangen, in der ich nicht an ihn dachte. Sein Grab in Kleinmünchen liegt auch direkt an meiner Laufroute, weshalb ich nahezu bei jedem Linzbesuch kurz dort vorbeischaue. Es hat für mich eine gewisse Bitterkeit, dass Roland den Aufstieg von Blau-Weiß Linz in den Profifußball nicht mehr miterlebt hat, über den wir so oft gemeinsam fantasierten. Ich tröste mich immer damit, dass wahrscheinlich er es war, der seinen Kampfgeist übertragen und diesen Erfolg ermöglicht hat. Bestimmt hat er dort, wo er jetzt ist, auch wieder eine Dauerkarte. Eine für ewig.

Der Autor: Andreas Kump lebt in Wien, bereist von dort ständig Linz, und hat zu allem in der Stadt eine Meinung.



Samstag, 23. August 2014

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